Tag Archiv für Mittelwelle

Ulm-Jungingen

(privat, ehemals SWR)18.05.2020: Der damalige Süddeutsche Rundfunk SDR errichtete den 51 m hohen, gegen Erde isolierten Stahlfachwerkmast im Jahr 1951 und sendete von 1952 bis in die 80er Jahre hinein sein Programm SDR 1 zunächst auf 1169 kHz, nach der Genfer Wellenkonferenz im Jahr 1978 dann auf 711 kHz. Später wurde jeweils tagsüber auf SDR 3 gewechselt. Von August 1998 bis Juli 2002 wurde SWR 1 Baden-Württemberg ausgestrahlt, anschließend das damals neue Wortprogramm SWR cont.ra. Die Sendeleistung betrug bis zum 8. März 2010 5 kW. Anschließend folgte ein Wechsel zur neuenFrequenz 1413 kHz mit 1 kW. Am 30. Dezember 2011 wurde der Mittelwellensender Ulm-Jungingen abgeschaltet, weil der SWR die Gelder für die kostenintensive Mittelwellen-Ausstrahlung in den Ausbau des DAB+-Netzes investieren wollte. Zwei Jahre später konnte das Gelände an Funkamateure veräußert werden, die den Sendemast weiterhin nutzen können. Die Sendegerätschaften wurden jedoch zuvor vom SWR entfernt.



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Vatikanstadt

16.05.2020: Radio Vatikan hat über viele Jahre seine Programme sowohl auf UKW für die nähere Umgebung als auch auf Mittel- und Kurzwelle über eigene Sendeanlagen ausgestrahlt. Bis 2012 wurde die Mittelwellen-Frequenz 1611 kHz – zeitweise sogar im digitalen DRM-Modus – genutzt. Außerdem kamen bis November 2016 auch die Frequenzen 585 kHz und 1260 kHz zum Einsatz. Die Antennen der Kurzwellensender wurden im Februar 2017 abgerissen. Heute werden noch folgende Programme auf UKW gesendet: Radio Zeta (93,3 MHz/10 kW), Radio inBlu (96,3 MHz/10 kW) sowie Radio Vaticana auf zwei Frequenzen (103,8 MHz/10 kW und 105,0 MHz/15 kW). Zudem wird das DAB+-Multiplex Vaticano (Kanal 12D/1 kW) ausgestrahlt.


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Heidelberg-Wieblingen

(AFN) – 07.10.2018: Die Sendeanlage am nordwestlichen Rand des Heidelberger Stadtteils Wieblingen kombinierte die Ausstrahlung von Mittelwelle und Ultrakurzwelle. Der 65 m hohe Stahlrohrmast diente als gegen Erde isolierte, selbststrahlende Mittelwellen-Antenne für das Programm AFN PowerNet auf 1143 kHz (1 kW). Für das Programm „AFN Kaiserslautern – The Eagle“ sind an der Spitze des Mastes drei in Deutschland extrem seltene, links zirkular sendende UKW-Antennen montiert (104,6 MHz/0,375 kW). Die gesamte Sendeanlage wurde am 28. April 2014 stillgelegt. 14.12.2020: Nachdem der Mast sechs Jahre ungenutzt blieb, wird die Anlage nach Auskunft des zuständigen Unternehmens am 16. Dezember 2020 abgerissen. Zwei Tage vor dem Abriss konnte der Stand der Arbeiten dokumentiert werden. Die Bilder unmittelbar am Mast entstanden mit Zustimmung des anwesenden Abrissunternehmens.


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Cremlingen-Abbenrode (Braunschweig)

(DFMG Deutsche Funkturm GmbH)10.05.2022: Die Mittelwellen-Sendeanlage am Standort Cremlingen war unter verschiedenen Namen bekannt. Sie firmierte sowohl unter dem Namen „Braunschweig“ ebenso wie unter der Bezeichnung „Königslutter“. Die Anlage ging am 30. September 1962 in Betrieb und strahlte zunächst das Programm des Deutschlandfunks auf 755 kHz (100 kW) über einen 137 m hohen Stahlgittermast aus. Ab Oktober 1963 wurde zusätzlich die Frequenz 548 kHz verwendet, deren Leistung auf bis zu 800 kW erhöht wurde. Zum Einsatz kam hierfür ein 240 m hoher Stahlrohrmast nebst Reflektormast zur Ausblendung des Signals in südöstlicher Richtung. Mit Inkrafttreten des neuen Genfer Wellenplans im Jahr 1978 musste die leistungsstarke Frequenz 548 kHz abgegeben werden. Stattdessen wurde dem Standort die Frequenz 756 kHz zugewiesen. Hierfür wurde der Stahlrohrmast auf 199 m gekürzt. zunächst betrug die Sendeleistung tagsüber weiterhin 800 kW, nachts hingegen 200 kW. Der weiterhin vorhandene Stahlgittermast war zunächst nur noch als Reserve im Einsatz. In den 90er Jahren wurden die Sender ausgetauscht – fortan wurde nur noch mit maximal 200 kW gesendet. Ab dem Jahr  2001 erlebte die Reserve-Anlage eine kurze Renaissance: Auf der vom NDR freigegebenen Frequenz 630 kHz wurde für etwa zwei Jahre der Privatsender Megaradio ausgestrahlt. Die Sendeleistung betrug tagsüber 100 kW, nachts 17 kW. Im Jahr 2005 übernahm die „Stimme Russlands“ diese Frequenz bis zum 2. Januar 2013. Am 31. Dezember 2015 beendete auch der Deutschlandfunk seine Mittelwellen-Ausstrahlung. Alle Sendemasten wurden am 29. Januar 2018 durch Sprengung abgerissen.


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