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Cremlingen-Abbenrode (Braunschweig)

(DFMG Deutsche Funkturm GmbH)10.05.2022: Die Mittelwellen-Sendeanlage am Standort Cremlingen war unter verschiedenen Namen bekannt. Sie firmierte sowohl unter dem Namen „Braunschweig“ ebenso wie unter der Bezeichnung „Königslutter“. Die Anlage ging am 30. September 1962 in Betrieb und strahlte zunächst das Programm des Deutschlandfunks auf 755 kHz (100 kW) über einen 137 m hohen Stahlgittermast aus. Ab Oktober 1963 wurde zusätzlich die Frequenz 548 kHz verwendet, deren Leistung auf bis zu 800 kW erhöht wurde. Zum Einsatz kam hierfür ein 240 m hoher Stahlrohrmast nebst Reflektormast zur Ausblendung des Signals in südöstlicher Richtung. Mit Inkrafttreten des neuen Genfer Wellenplans im Jahr 1978 musste die leistungsstarke Frequenz 548 kHz abgegeben werden. Stattdessen wurde dem Standort die Frequenz 756 kHz zugewiesen. Hierfür wurde der Stahlrohrmast auf 199 m gekürzt. zunächst betrug die Sendeleistung tagsüber weiterhin 800 kW, nachts hingegen 200 kW. Der weiterhin vorhandene Stahlgittermast war zunächst nur noch als Reserve im Einsatz. In den 90er Jahren wurden die Sender ausgetauscht – fortan wurde nur noch mit maximal 200 kW gesendet. Ab dem Jahr  2001 erlebte die Reserve-Anlage eine kurze Renaissance: Auf der vom NDR freigegebenen Frequenz 630 kHz wurde für etwa zwei Jahre der Privatsender Megaradio ausgestrahlt. Die Sendeleistung betrug tagsüber 100 kW, nachts 17 kW. Im Jahr 2005 übernahm die „Stimme Russlands“ diese Frequenz bis zum 2. Januar 2013. Am 31. Dezember 2015 beendete auch der Deutschlandfunk seine Mittelwellen-Ausstrahlung. Alle Sendemasten wurden am 29. Januar 2018 durch Sprengung abgerissen.


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